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LandesprojektSuchhtprävention für und mit Menschen mit Fluchthintergrund in NRW

Laufzeit: 01.09.2019 bis 31.08.2022

Logo des Projektes "Suchhtprävention für und mit Menschen mit Fluchthintergrund in NRW".

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Hinweis zur derzeitigen Situation:

Wie die meisten anderen Bereiche, ist auch dieses Projekt in seiner Durchführung von der Corona-Pandemie betroffen. Obwohl einige Arbeitsschritte nicht wie geplant durchgeführt werden können, sind wir zuversichtlich, das Projektvorhaben an die herausfordernden Begebenheiten anpassen zu können.

Bei Fragen oder Anmerkungen erreichen Sie unser Projektteam zu den üblichen Geschäftszeiten über die angegebenen Kontaktdaten am Ende dieser Seite.


 

Aktuelles aus dem Projekt

Trotz unruhiger Zeiten und verschärfter Covid-19-Maßnahmen konnte das Projekt „Suchtprävention für und mit Menschen mit Fluchthintergrund in NRW“ über die letzten Monate alternative Möglichkeiten finden, die Projektziele weiterzuverfolgen.

So fand im April ein geplanter FreD-Zertifikatskurs als Hybridveranstaltung statt, bei der ein Teil der Inhalte den 14 Teilnehmern digital vermittelt wurde. Vom 22.04. bis 24.04. fand zur praktischen Übung und Vertiefung ein Präsenzblock statt, der unter Beachtung der geltenden Hygienevorschriften erfolgreich durchgeführt werden konnte.

Am 31. August fand das zweite Fachbeiratstreffen des Projektes statt. Das Treffen bot die Möglichkeit die turbulenten Entwicklungen der Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Arbeit der Projektstandorte zu diskutieren und sich auszutauschen. Einige Teilnehmer nahmen aufgrund der aktuellen Lage per Videoschaltung am Treffen teil. Inhaltlich wurden bisher erreichte Zwischenziele gesichtet, Corona-bedingte Verschiebungen dargestellt und das weitere Projektvorgehen besprochen.

Der Expert*innenworkshops am 14. und 15. September wurde mit verringerter Teilnehmerzahl und verkürzt durchgeführt. Im ursprünglich für März vorgesehenen Workshop ging es um die inhaltliche und methodische Gestaltung der Kurzintervention für Menschen mit Fluchthintergrund, welche eines der Kernstücke des Projektes ausmacht. Mit der Hilfe von Expert*innen sowohl aus der Sucht- und der Geflüchtetenhilfe konnte ein Gerüst für das Interventionsprogramm ausgearbeitet werden, auf dessen Basis die weitere Arbeit im Projekt nun aufbauen kann. 

Bis auf Weiteres sind aufgrund der Corona-Pandemie alle Präsenzveranstaltungen ausgesetzt, dies betrifft auch geplante Termine wie Projekttreffen, Schulungen und Netzwerktreffen. Um die Kommunikation und Vernetzung der Projektpartner dennoch aufrecht zu erhalten finden regelmäßige Videokonferenzen zum gegenseitigen Austausch statt.

Das Projekt

Laufzeit

01. September 2019 bis 31. August 2022


 

Zielgruppe

junge Menschen mit Fluchthintergrund im Alter zwischen 18 und 25 Jahren


 

Begriffsklärung

Der Begriff „Fluchthintergrund“ bezieht sich im Kontext dieses Projektes auf alle schutzsuchenden Menschen, deren Sicherheit wegen Krieg, Diskriminierung, Gewalt oder Verfolgung in ihrem Herkunftsland bedroht ist, oder die aufgrund der dortigen klimatischen oder wirtschaftlichen Bedingungen ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden.


 

Inhalt und Vorgehen

Die Umsetzung der Projektinhalte erfolgt an fünf Modellstandorten in NRW. Durch Kooperationen zwischen Sucht- und Geflüchtetenhilfe, wird die Vernetzung der Arbeitsfelder forciert und verbessert. Bei den Modellstandorten handelt es sich um zertifizierte FreD-Standorte, sodass die Qualitätsrichtlinien der LWL-Koordinationsstelle Sucht erfüllt werden.


 

Finanzierung

Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales als Maßnahme im Rahmen des Aktionsplans gegen Sucht des Landes Nordrhein-Westfalen.


 

Ausgangslage

Der Begriff „Fluchthintergrund“ bezieht sich im Kontext dieses Projektes auf alle schutzsuchenden Menschen, deren Sicherheit wegen Krieg, Diskriminierung, Gewalt oder Verfolgung in ihrem Herkunftsland bedroht ist, oder die aufgrund der dortigen klimatischen oder wirtschaftlichen Bedingungen ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verzeichnete 2019 (im Zeitraum Januar bis Oktober) bislang 122.225 Asylerstanträge. Rund 24% dieser Anträge entfallen auf Nordrhein-Westfalen (vgl. Aktuelle Zahlen, BAMF, 2019). Krieg, Diskriminierung, Gewalt und Verfolgung sowie wirtschaftliche und soziale Perspektivlosigkeit führen dazu, dass sich Menschen auf eine oft lebensbedrohliche Flucht begeben. Die Erfahrung zeigt, dass die besonders belastende Lebenssituation dieser Menschen auch eine Suchterkrankung fördern kann: „der Konsum von legalen wie illegalen Drogen unter geflüchteten Menschen ist einerseits Ausdruck des übergroßen Angebotes, der gesellschaftlichen ‚Akzeptanz‘ (insbesondere von Alkohol und Tabak), andererseits oft eine Form der Selbstmedikation: Coping von psychischen Belastungen“(Geflüchtete Menschen und Drogen-/Abhängigkeitsproblematik, Bundesministerium für Gesundheit, 2018). Sowohl das Hilfesystem, als auch die Betroffenen sehen sich hier mit speziellen Hindernissen konfrontiert; „Es gibt oftmals keine strukturierten Zugänge zu ersten Hilfsmaßnahmen. Ein besonders großes Problem sind die vielen verschiedenen Sprachen und die fehlenden Übersetzer, sodass die Betroffenen kaum unterstützt werden können. Die Suchthilfe ist für die Flüchtlinge daher nur sehr schwer zu erreichen und kann ihnen nur wenig helfen“ (ebd.).


 

FreD als Leitidee

FreD steht für Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten.
Die LWL-Koordinationsstelle Sucht in Münster hat diesen Interventions-
ansatz bereits Anfang 2000 entwickelt, erprobt und stetig weiterentwickelt.
Mittlerweile ist er sowohl national als auch international verbreitet und
mehrfache Evaluationen bestätigen den Erfolg des Programms. FreD stellt
ein wirksames Instrument dar, auf Heranwachsende und junge Erwachsene
präventiv und pädagogisch einzuwirken. Der Zeitpunkt des richtigen und
frühzeitigen Eingreifens ist dabei ausschlaggebend, um die Entstehung
größerer Suchtprobleme zu vermeiden. FreD basiert auf drei Säulen: Netz-
werkarbeit, der Gruppenintervention (FreD-Kurs), sowie der Funktion als
„Türöffner“ zum Hilfesystem und ggf. der Weitervermittlung der Kurs-
teilnehmenden. Für die effektive Weiterentwicklung des Programms speziell
für die Zielgruppe geflüchteter Menschen ist daher eine gelungene
Verknüpfung von Flucht- und Suchthilfe ausschlaggebend.


 

Ablauf und Vorgehen

Das Projekt wird von einem multidisziplinären Fachbeirat begleitet. Um stabile Kooperationsstrukturen zu bilden, begeben sich die Modellstandorte in enge Zusammenarbeit mit jeweils einer Einrichtung der Geflüchtetenhilfe. Gemeinsam können bestehende Zugangswege zur Zielgruppe genutzt und Neue erschlossen werden. Darüber hinaus werden regionale Netzwerkgruppen gebildet, die sich mehrfach im Projektverlauf treffen. So wird ein Frühinterventionsprogramm speziell für Menschen mit Fluchthintergrund entwickelt und erprobt. Zur weiteren Unterstützung dieses Vorhabens wird die Partizipation der Zielgruppe gefördert. Die Konzeptionierung und Durchführung von Multiplikator/-innenschulungen, sowie die Entwicklung von zielgruppengeeigneten Materialien spielen dabei eine zentrale Rolle.


 

Der Fachbeirat

  • Dr. Gaby Bruchmann, LWL-Koordinationsstelle Sucht
  • Rita Lauck, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW
  • Dr. Brigitta Lökenhoff, Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW BELLA DONNA
  • Monika Schindler, Diakonie Rosenheim Fachambulanz für Suchterkrankungen
  • Vedat Karasu, Drogenberatung e.V. Bielefeld
  • Susanne Wessels, GGUA e.V. / AWO Refugio Münster – Psychosoziale Flüchtlingshilfe
  • Gabriele Schöpker, Bezirksregierung Münster, ZUE Ibbenbüren
  • Dr. Stefan Buchholt, Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI)

 

Beteiligte Einrichtungen

Für das Projekt beteiligen sich folgende Einrichtungen als Projektpartner:

  • Drogenberatungsstelle (DROBS) Dortmund, Soziales Zentrum Dortmund e.V. in Kooperation mit dem AWO Unterbezirk Dortmund
  • Drogenhilfe Moers, Grafschafter Diakonie gGmbh – Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers in Kooperation mit dem Psychosozialen Zentrum Niederrhein
  • Beratungsstelle Caritas Suchthilfe, Caritasverband Kreis Mettmann e.V. in Kooperation mit dem FIM Fachdienst Integration und Migration
  • Jugend Sucht Beratung Köln, SKM Köln e.V. in Kooperation mit dem Schwertpunkt Geflüchtetenhilfe der JSBK Köln
  • Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. in Kooperation mit der Flüchtlingsberatung der Diakonie Düsseldorf

Projektteam und Vertreter der beteiligten Einrichtungen beim ersten Projekttreffen am 21. November 2019 in Münster.


 

Projekt-Factsheet

Ein Factsheet mit allen wichtigen Daten rund um das Projekt steht Ihnen zum Download zur Verfügung:

Markus Wirtz

Projektleitung

markus.wirtz@lwl.org

Tel: 0251/591-4837

Fax: 0251/591-5484

Markus Wirtz

Sandy Doll

Projektkoordination

sandy.doll@lwl.org

Tel: 0251591-5384

Fax: 0251591-5484

Sandy Doll

Maik Pohlmann

Projektkoordination

maik.pohlmann@lwl.org

Tel: 0251/591-4811

Fax: 0251/591-5484

Maik Pohlmann