Sexualität als sensibles Thema in der Suchtberatung und -behandlung Abhängigkeitskranker
Von der Anamnese über die Diagnostik bis hin zur Behandlung von sexuellen Fragestellungen
Dienstag, 20.4.2027, 09:00 Uhr - 16:00 Uhr
Online
Inhalt
Das Suchthilfesystem sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Sexualität und die sexuelle Lebenswelt seiner Nutzer:innen im Hinblick auf ihren Substanzgebrauch nicht ausreichend in die Behandlung einzubeziehen, weshalb entsprechende Forderungen laut wurden, Beratungsangebote
weiterzuentwickeln (vgl. Deimel & Stöver, 2015). Doch das Sprechen über Sexualität kann für Beratende eine große Herausforderung sein. Schamgefühle, die Angst davor, Grenzen zu überschreiten, oder dass eigene Grenzen überschritten werden, dass sich das Gesprächssetting
sexuell auflädt oder erotische Übertragungsphänomene auftreten, können das Sprechen über Sexualität in der Beratung behindern. Die Fortbildung soll entsprechende Hürden abbauen und den
Teilnehmenden eine Hilfestellung dabei bieten, Sexualität in Beratung und Behandlung besprechbar zu machen.
Konkrete Fortbildungsinhalte:
- Vermittlung der verschiedenen Ebenen und Dimensionen von Sexualität
- Definition von sexuellen Präferenzen und Handlungen
- Erhebung einer Sexualanamnese anhand Fallbeispiel mit entsprechender Vorlage
- Vorstellung des Behandlungskonzepts bei sexuellen Störungen nach dem "Hamburger Modell"
- Möglichkeit, vertiefend auf eines der Themen "Chemsex", zwanghaftes Sexualverhalten, Paraphilien oder Geschlechtsinkongruenz einzugehen
Nutzen
Ziel des Seminars ist es, Sexualität im individuellen Setting besprechbar zu machen, dabei sowohl die eigene Haltung als auch die persönlichen Grenzen zu kennen und Grundkenntnisse über Störungen der Sexualfunktion und -entwicklung zu erwerben.
Methoden
Theoretische Inputs, Übungen und Diskussionen in Kleingruppen und im Plenum sowie die Möglichkeit für Fallbesprechungen.
Termin/e:
Dienstag, 20.4.2027, 09:00 Uhr - 16:00 Uhr
Kosten / Eintritt:
125,00 Euro
Ort:
digitale Fortbildung