Lokale Alkoholstrategien entwickeln
Europäische Praxiserfahrungen für Kommunen und Präventionsfachkräfte
Wie können Kommunen alkoholbezogene Probleme junger Menschen wirksam angehen?
Das EU-Projekt „Localize It!“ entwickelte gemeinsam mit 22 Kommunen in elf europäischen Ländern lokale Alkoholstrategien und erprobte praxisnahe Ansätze kommunaler Alkoholprävention. Die Erfahrungen und Erkenntnisse wurden in einem praxisnahen Leitfaden zusammengeführt.
Warum kommunale Alkoholprävention?
Alkoholkonsum und alkoholbezogene Probleme zeigen sich unmittelbar im kommunalen Alltag – etwa im öffentlichen Raum, bei Veranstaltungen, in Schulen oder im Nachtleben. Kommunen spielen deshalb eine zentrale Rolle bei der Prävention alkoholbedingter Schäden.
Lokale Alkoholstrategien verbinden verschiedene Akteure, Maßnahmen und Settings zu einem abgestimmten Vorgehen und kombinieren Verhaltens- und Verhältnisprävention.
Was ist Localize It?
Das Projekt „Localize It!“
Im Projekt „Localize It!“ entwickelten 22 Kommunen aus elf europäischen Ländern lokale Alkoholstrategien zur Reduzierung von Alkoholkonsum Minderjähriger und Rauschtrinken junger Menschen.
Zentrale Elemente waren:
- lokale Bedarfsanalysen
- Runde Tische und kommunale Netzwerke
- Aktionspläne für kommunale Alkoholprävention
- Austausch europäischer Good-Practice-Erfahrungen
- Kombination verhältnis- und verhaltenspräventiver Maßnahmen
Das Projekt lief von 2017 bis 2019 und wurde durch das Gesundheitsprogramm der Europäischen Union gefördert.
Ein praxisnaher Leitfaden für lokale Alkoholstrategien
Der Leitfaden bündelt Erfahrungen aus 22 europäischen Kommunen und unterstützt Fachkräfte sowie Kommunen dabei, lokale Alkoholstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Praxistauglichkeit, kommunale Netzwerkarbeit und konkrete Handlungsmöglichkeiten vor Ort.
Der Leitfaden enthält:
- Grundlagen lokaler Alkoholstrategien
- Praxishinweise zur Umsetzung
- Erfahrungen aus elf Ländern
- Beispiele kommunaler Netzwerkarbeit
- Ansätze zu Verhältnis- und Verhaltensprävention
- Hinweise zu Nachhaltigkeit und Verstetigung
Evaluation des Projekts
Das Projekt wurde durch das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (UKE Hamburg) evaluiert. Die Evaluation untersuchte unter anderem:
- Aufbau kommunaler Netzwerke
- Arbeit der lokalen Runden Tische
- Umsetzung kommunaler Maßnahmen
- Austausch von Good-Practice-Erfahrungen
- Nachhaltigkeit der entwickelten Strukturen
Die Ergebnisse zeigen, dass der Localize-It!-Ansatz eine praktikable Strategie zum Aufbau nachhaltiger kommunaler Präventionsstrukturen darstellt.
Förderung
Das Projekt '738055 /
Localize It!' wurde durch das Gesundheitsprogramm (2014-2020) der Europäischen Union gefördert.