Frühe Bindung und Suchterkrankungen:
Theorie, Forschung und therapeutische Praxis
Donnerstag, 22.4. bis Freitag, 23.4.2027
Erster Tag: 09:00 bis 16:00 Uhr Zweiter Tag: 09:00 bis 16:00 Uhr
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Inhalt
Bindung ist ein fundamentales menschliches Bedürfnis, das unsere emotionale, soziale und neurobiologische Entwicklung tiefgreifend prägt. Frühkindliche Beziehungserfahrungen hinterlassen dauerhafte Spuren: Sie formen unser Selbstbild, unsere Emotionsregulation und unser Verhalten in herausfordernden Situationen. Dysfunktionale Bindungen beeinträchtigen das interne Regulationssystem, das für Affektkontrolle, den Aufbau gelingender zwischenmenschlicher Kontakte und die Entwicklung eines stabilen Selbstwerts essenziell ist. Fehlt in der frühen
Entwicklung eine verlässliche emotionale Basis, erhöht sich die Vulnerabilität für psychische Störungen – einschließlich Suchterkrankungen. Unsichere oder traumatisierende Bindungserfahrungen gelten hier als bedeutende Risikofaktoren.
Suchtverhalten lässt sich in diesem Kontext oft als dysfunktionaler Versuch interpretieren, Bindungsdefizite zu kompensieren und emotionale Notlagen zu regulieren. Die Bindungstheorie erweitert klassische Therapieschulen, indem sie die Schlüsselrolle früher Bindungserfahrungen für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Sucht betont. Therapeutische Interventionen sollten daher über die reine Verhaltensmodifikation hinausgehen und gezielt korrigierende Beziehungserfahrungen ermöglichen. Eine empathische und verlässliche therapeutische Allianz kann so als neue "sichere Basis" dienen und Betroffene befähigen, belastende Muster zu verstehen,
zu hinterfragen und langfristig zu verändern.
Konkrete Fortbildungsinhalte:
- Einführung in die Bindungstheorie unter Einbezug neurobiologischer und psychodynamischer Grundlagen
- Darstellung der vier klassischen Bindungsstile und deren Bedeutung für Emotionsverarbeitung, Stressregulation und Beziehungsgestaltung im Erwachsenenalter
- Einfluss früher Bindungserfahrungen auf die Ätiologie, Aufrechterhaltung und Rückfallproblematik von Suchterkrankungen unter Berücksichtigung biopsychosozialer Faktoren
- praxisnahe Vermittlung zentraler Wirkfaktoren und Gestaltungsformen therapeutischer Beziehung
- Selbstreflexion hinsichtlich eigener Bindungsmuster und deren Bedeutung für die professionelle Beziehungsgestaltung im therapeutischen Setting
Methoden
Kompakte Theorieimpulse, Breakout-Sessions zur Kleingruppenarbeit, kreative Übungen,
Selbsterfahrung sowie Atem- und Körperübungen, Fallbeispiele, Diskussion und fachlicher Austausch.
Termin/e:
Donnerstag, 22.4. bis Freitag, 23.4.2027
Erster Tag: 09:00 bis 16:00 Uhr Zweiter Tag: 09:00 bis 16:00 Uhr
Kosten / Eintritt:
245,00 Euro
Ort:
digitale Fortbildung