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Ein Projekt der LWL-KSPPF - Peer-Projekt an Fahrschulen in Westfalen-Lippe

Logo vom Peer Projekt an Fahrschulen

Ausgangssituation

Nach wie vor haben junge Fahranfänger*innen (18-24-Jährige) in der Verkehrsunfallstatistik eine (traurige) Hauptrolle. Auch Alkohol und Drogen sowie Unfälle im Zusammenhang mit Feiern am Wochenende (sog. Diskounfälle) spielen dabei eine Rolle.

Klar ist, dass der Konsum von psychoaktiven Substanzen bei der aktiven motorisierten Teilnahme am Straßenverkehr ein besonderes Gefahrenpotenzial birgt. Zwischen „Drogenkonsum aller Art“ und "Fahren" muss zuverlässig getrennt werden.

Um Fahranfänger gut auf ihre neue Rolle im Straßenverkehr vorbereiten zu können, sollte bereits VOR dem Erhalt des Führerscheins eine gründliche Reflexion des eigenen Konsums von Drogen aller Art erfolgen.

 

Das Peer-Projekt an Fahrschulen

...setzt genau bei dieser Problematik an. Das von MISTEL/SPI Magdeburg entwickelte Projekt mit der Zielsetzung, junge Fahranfänger*innen rechtzeitig über die Gefahren von Alkohol- und Drogenkonsum in Verbindung mit motorisierter Teilnahme am Straßenverkehr aufzuklären, wird bereits seit über 20 Jahren in acht Bundesländern erfolgreich umgesetzt.

In Westfalen-Lippe unterstützt, begleitet und koordiniert die LWL-Koordinationsstelle Sucht die regionalen Standorte.

 

Worum geht es?

Mit dem Peer-Projekt wird direkt in den Fahrschulen eine Interventionsmöglichkeit geschaffen. In Form einer von geschulten Peers geleiteten Kurzintervention zum Schwerpunkt "Alkohol- und Drogenkonsum bei motorisierter Verkehrsteilnahme", richtet sich das suchtpräventive Angebot direkt an die Zielgruppe der Fahrschüler*innen. Das evaluierte Projekt erreicht die jungen Menschen damit an einem Ort –der Fahrschule- die als freiwilliger Lernort mit deutlicher Zielorientierung gewählt wurde und reflektiert evtl. Konsumerfahrungen bereits vor dem Erhalt des Führerscheins.

Dabei haben die Peers eine hohe Glaubwürdigkeit und Akzeptanz bei den Fahrschülern. Das PPF ist Suchtprävention auf Augenhöhe. 
 

Der Interventionsansatz

Junge Menschen, die selbst auch zur Gruppe der „jungen Fahrer*innen“ gehören, werden in Grundlagenseminaren von Fachkräften zu Peers ausgebildet. Inhalte dieser Grundlagenseminare sind, neben Fachvorträgen und Reflexionen der Fahrschul- und Fahranfängerzeit sowie des eigenen Umgangs mit dem Trink-Fahr-Konflikt, auch die Entwicklung und die Erprobung einer Peer-Einheit. Die geschulten Peers werden in Koordinationstreffen betreut und können sich austauschen. Es werden Standards für eine Peer-Einheit abgeleitet.

Nach dieser Ausbildung gestalten die Peers 60-90-minütige Gesprächsrunden (Peer-Einheiten) zum Schwerpunkt „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ in Fahrschulen.

Inhalte sind dabei:

  • Problemdarstellung und Wissensvermittlung
    (Unfallzahlen, gesetzliche Bestimmungen, Promillegrenzen, Zeitungsartikel, Stoffkunde)
  • Erfahrungsaustausch
    (Was haben die Fahrschüler*innen oder Peers schon alles erlebt?)
  • Herausarbeiten von Konfliktsituationen
    (Wo und wann treffen Alkohol-/Drogenkonsum mit Autofahren zusammen?)
  • Vorbereitung auf diese Situationen „in neuer Rolle“
    (Was verändert sich mit dem Führerschein?)
  • Finden von Strategien und Möglichkeiten zur Vermeidung von Rauschfahrten

In den letzten Jahren wurde an den westfälisch-lippischen Standorten zunehmend auch das Thema „Smartphones“ in die Gesprächsrunden mit aufgenommen. 
 

Kooperation

Das PPF ist ein Kooperationsprojekt. Eine enge Zusammenarbeit zwischen allen, die im weitesten Sinne an der Erlangung des Führerscheins beteiligt sind (Fahrschule, Führerscheinstelle, Polizei, Verkehrswacht, usw.) und der regionalen Fachstelle für Suchtprävention. Darüber hinaus sind Vereinbarungen, zwischen dem jeweiligen Projektträger, den zuständigen Behörden und/oder Ministerien und den Fahrlehrerverbänden zielführend.

 

Bundesweiter Austausch

Die Träger und Anbieter des PPF tauschen sich in bundesweiten Treffen aus. Ziel ist dabei auch die Qualitätssicherung des Ansatzes durch einheitliche Kriterien, gemeinsame (Internet-)Präsenz sowie die Diskussion von (gesetzlichen) Änderungen, Hürden und Stolpersteinen. Darüber hinaus werden gemeinsame Aktionen geplant und umgesetzt. 

 

Frank Schulte-Derne

frank.schulte-derne@lwl.org

Tel: 0251/591-4710

Fax: 0251/591-714710

Frank Schulte-Derne

Marion Hölscher

ma.hoelscher@lwl.org

Tel: 0251/591-5994

Fax: 0251/591-715994

Marion Hölscher